#TTSP – Understanding Public Space in the City

Das Ausstellungsprojekt THIS TOO SHALL PASS (#TTSP) von Emeka Ogboh (kuratiert von Juliane von Herz, Euphoria), das ebenfalls (wie u.a. das City Vista Festival) im Rahmen des hessischen Open Air-Festivalprogramms INS FREIE! gefördert wurde, erreichte besonders durch das umfangreiche Rahmenprogramm „Walks, Talks & Dark“ (in Zusammenarbeit mit der freitagsküche) eine breite Anhängerschaft. Auch die Alfred Herrhausen Gesellschaft lud in diesem Zusammenhang ein zu einem Talk mit dem Titel „Understanding Public Space in the City“. Nachdem der ursprünglich geplante Termin im Juli auf der Molenspitze am Westhafen (was für ein fantastischer grüner Raum!) buchstäblich in den Regen fiel, konnte die Diskussionsrunde am 14. September in der EKHN-Stiftung am Römerberg (was für ein fantastischer gebauter Raum!) nachgeholt werden. Dort diskutierten Maren Harnack, Juliane von Herz, Stefan Forster, Peter Cachola Schmal und Andrea Schwappach über die Nutzung und Zukunft des öffentlichen Raums in der Stadt, Elisabeth Mansfeld und ich übernahmen die Moderation des Abends.

Mehr dazu unter https://thistooshallpass.site/de/programm – das Gespräch wurde aufgenommen und soll demnächst auf der Website der Alfred Herrhausen Gesellschaft veröffentlicht werden.

Ausstellen in Pandemiezeiten

Die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass die Politik Bildung und Kultur in Pandemiezeiten für „nicht systemrelevant“ hält. Ähnlich wie die Schulen und andere Bildungszentren wurden auch die Museen und Ausstellungshäuser vorschnell geschlossen, ohne dass es je Belege dafür gab, dass dort besondere Ansteckungsgefahren lauern. Trotz neuer technischer Ausstattungen und ausgefeilter Wegeführungen sowie umfassender Hygienekonzepte musste manch bereits realisierte und aufgebaute Ausstellung vorzzeitig schließen oder konnte erst gar nicht eröffnet werden. Glück hatten all jene Ausstellungen, die entweder an Ort und Stelle verlängert werden konnten oder sich auf eine umgeplante Wanderung machen konnten.

Doch einen großen Vorteil hatten die erzwungenen Schließzeiten: Museen und Ausstellungshäuser, Kurator*innen und Kommunikator*innen konnten die Digitalisierung und Multi-Medialisierung ihrer Ausstellunginhalte voranbringen. Denn auch bei geöffneten Türen erreicht nicht jede analoge Ausstellung, so niederschwellig sie sein mag, das gewünschte diverse Publikum. Auch die aufwändig gefüllten und gestalteten Ausstellungspublikationen, die trotz des Lockdowns in den Buchhandlungen erworben werden konnten, sind nur ein schwacher Ersatz für passionierte Museumsbesucher – denn selten können sie den multisensorischen und dreidimensionalen Aha- und Lerneffekt beim Besuch einer Ausstellung ersetzen.

Endlich konnten Kulturinstitutionen mithilfe von Kreativen und Dank diverser Fördertöpfe interaktive Websites, zukunftsweisende Computerspiele, Filme, Podcasts und viele weitere multimediale Formate entwickelt werden, um ein breites und global vernetztes Publikum zu erreichen. Es wäre wünschenswert, dass Museen und Ausstellungshäuser auch über die Pandemie hinweg diese neuen Wege weiter gehen können und dafür von Stiftungen, Kommunen, Ländern und dem Bund zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. So könnte das nationale Rettungspaket „Neustart Kultur“ in „Update Kultur“ umbenannt werden und anschließend auch für neue kulturelle (Um)Nutzungen in unseren leer gefegten Innenstädten sorgen.

Es gibt viele herausragende Beispiele von zukunftsweisenden Ausstellungs-Medien, die in den vergangenen Monaten parallel zu den ohnehin geplanten Ausstellungen umgesetzt wurden. Mit ausreichendem finanziellen Background konnte dies auch schon vor der Pandemie für manche Ausstellung umgesetzt werden. Auch der Bereich Open-Air- oder Schaufenster-Ausstellung wurde vertieft und weiterentwickelt – was mich persönlich sehr gefreut hat, da ich es besonders im Bereich der Architektur-Ausstellungen unheimlich wichtig finde, die Räume „in echt“ und im Maßstab 1:1 zu erleben.

Nun möchte ich zum Abschluss noch auf eine kleine Auswahl von Ausstellungen mit erweiterten Formaten hinweisen, die ich in den vergangenen Monaten „besuchen“ konnte:

tinyBE – Living in a Sculpture, Frankfurt / Darmstadt / Wiesbaden, 26. Juni – 26. September 2021

Die Bodenfrage – Klima, Ökonomie, Gemeinwohl, BDA Hessen Frankfurt, 1. Juni – 22. Juli 2021

Einfach Grün – Greening the City, Deutsches Architekturmuseum (DAM) Frankfurt, 23. Januar bis 11. Juli 2021

Living the City, Flughafen Tempelhof Berlin, 25. September 2020 – 20. Juni 2021

Möglichkeitsraum Mannheim. Mannheim nach der Krise, MOFA / Galeria Kaufhof (N7) Mannheim, 31. März – 10. Juni 2021

Gesamtkunstwerke – Architektur von Arne Jacobsen und Otto Weitling in Deutschland, Berlin / Fehmarn / Mainz / Hannover / Castrop-Rauxel / Hamburg, seit 30. Oktober 2020

Wir sind Jetzt. Jüdisches Frankfurt von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Jüdisches Museum Frankfurt, seit 21. Oktober 2020

Es würde mich sehr freuen, von weiteren Ausstellungsprojekten zu erfahren, die Euch positiv aufgefallen sind seit dem Frühjahr 2020. Oder Ihr schreibt mir, was Ihr für zukünftige Ausstellungsprojekte ihr gerade plant. Gerne per Mail an as@annascheuermann.de oder einfach als Kommentar. Ich bin gespannt! #thinkpositive

Zweite Heimat – Sauerland

Lesen statt Reisen ist angesagt – daher kommt heute ein Buchtipp für einen weiteren regionalen Führer von DOM publishers: für den Architekturführer Sauerland.

Die eine Hälfte meiner Familie kommt aus dem Sauerland, die andere aus dem Ruhrgebiet, so dass ich Nord-Rhein-Westfalen als meine „Zweite Heimat“ sehe. In meiner Kindheit und Jugend war ich häufig auf Verwandtenbesuch dort – insbesondere zur Weihnachtszeit – und bin wirklich sehr angetan von der Baukultur, die in den letzten 20 Jahren im Sauerland entstanden ist.

„Stolze 50 Prozent der Fläche des Sauerlandes sind mit Wald bedeckt.“ (Anselm Weyer)

Trotzdem oder gerade deshalb lohnt sich die Lektüre und der Blick auf die Vielfalt der ausgewählten Bauten. Mein aktuelles Lieblingsprojekt ist der „Seelenort Referinghausen“ (2020) und allgemein die „Open Mind Places“ von Christoph Hesse Architects. Sie passen einfach zu gut in diese seltsame Corona- und Klima-Krisenzeit.

Wer mehr über die „Open Mind Places“ erfahren möchte, sollte bis 19. Dezember 2020 in der Architektur Galerie Berlin vorbeischauen oder die dazugehörige Ausstellungsrezension in der Bauwelt lesen.

#schoeneeckenausoffenbach

An einem der letzten schönen Spätsommertage 2020 habe ich einen Spaziergang mit Niko Goebel von #schoeneeckenausoffenbach durch das Offenbacher Nordend und die Innenstadt gemacht. Daraus ist ein wundervoller Beitrag geworden mit dem Titel „Angekommen in Offenbach“, der nun veröffentlicht wurde:
https://schoneeckenausoffenbach.wordpress.com/2020/10/20/anna-scheuermann-angekommen-in-offenbach/

Es war mir eine große Freude und ich freue mich auf weitere (gemeinsame) Projekte in und um Offenbach: „Offenbach ist ganz okay“!

Baumeister Curated by MVRDV

Am 26. Juni 2020 ist das Magazin „#BaumeisterCurated by Winy Mass MVRDV / The Why Factory“ erschienen.

„Under the direction of Winy Maas, the July issue of Baumeister turns a mirror on Germany, delivering an “outsider’s perspective” on the idiosyncrasies of German architecture. During our #BaumeisterCuratedTakeover we’ll take you on a whirlwind tour of the articles included in #ImPossibleGermany… We hope you enjoy it!“ (aus dem Instagram-Takeover von MVRDV am 26.06.2020)

Unter anderem findet sich darin in dem Kapitel „German Rules“ auch ein #PossibleGermany Beitrag von mir mit dem Titel „Von Flüchtlingsunterkünften zu bezahlbarem Wohnungsbau“ – ein Rückblick auf all das, was in den letzten 5 Jahren seit dem Start unserer #MakingHeimat Flüchtlingsbauten-Datenbank für die Architekturbiennale Venedig 2016 passiert ist.

Hier gibt es einen kleinen Einblick in das Heft

Stay tuned for more …

Die globale Stadt vor Ort

Ein Stadtgespräch mit Philipp Rode, Geschäftsführer von LSE Cities, und Anna Scheuermann, Architektin und Kuratorin der Ausstellung „Making Heimat. Germany, Arrival Country“, organisiert von der Alfred Herrhausen Gesellschaft, in Kooperation mit LSE Cities und dem Deutschen Architekturmuseum, am 3. Juli 2019 in Frankfurt am Main

Zur Anmeldung

„Zwei Drittel der Menschheit werden 2050 in Städten leben. Bereits in den letzten 20 Jahren haben sich Städte radikal verändert. Das Leben konzentriert sich immer mehr in Metropolen und sie prägen unsere sozialgesellschaftliche Existenzgrundlage.

Was sind die Kräfte und Dynamiken, die dieses exponentielle Wachstum und die weltweite Wanderung beeinflussen? Wann werden Städte als Ankunftsorte angenommen und funktionieren besser für alle? Was bedarf es, dass Städte als Heimat wahrgenommen werden?“

Making Heimat geht auf Weltreise

Der vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) kuratierte deutsche Beitrag der Architekturbiennale in Venedig 2016 „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ ist noch immer hochaktuell. Jetzt plant das Goethe-Institut, die acht im deutschen Pavillon ausgestellten Thesen unter dem Titel „Ankunftsstadt / Arrival City“ auf weltweite Tour zu schicken und dort zur Diskussion zu stellen. An (bisher) zehn Auslandsstationen sollen die Themen Ankunft und Integration in der jeweiligen Region bearbeitet sowie mit je einer lokalen Ankunftsstadt (in Making Heimat war es „Offenbach Is Almost All Right“) porträtiert werden. Nach einem gemeinsamen Workshop in Frankfurt im Januar 2018 sind folgende Stationen für 2018/2019 vorgesehen: Mumbai und Karachi, Caracas, Lima und Santiago de Chile, Boston und San Francisco, Liverpool, Marseille und Prag.

Mehr Informationen gibt es auf dem Kulturportal.