#TTSP – Understanding Public Space in the City

Das Ausstellungsprojekt THIS TOO SHALL PASS (#TTSP) von Emeka Ogboh (kuratiert von Juliane von Herz, Euphoria), das ebenfalls (wie u.a. das City Vista Festival) im Rahmen des hessischen Open Air-Festivalprogramms INS FREIE! gefördert wurde, erreichte besonders durch das umfangreiche Rahmenprogramm „Walks, Talks & Dark“ (in Zusammenarbeit mit der freitagsküche) eine breite Anhängerschaft. Auch die Alfred Herrhausen Gesellschaft lud in diesem Zusammenhang ein zu einem Talk mit dem Titel „Understanding Public Space in the City“. Nachdem der ursprünglich geplante Termin im Juli auf der Molenspitze am Westhafen (was für ein fantastischer grüner Raum!) buchstäblich in den Regen fiel, konnte die Diskussionsrunde am 14. September in der EKHN-Stiftung am Römerberg (was für ein fantastischer gebauter Raum!) nachgeholt werden. Dort diskutierten Maren Harnack, Juliane von Herz, Stefan Forster, Peter Cachola Schmal und Andrea Schwappach über die Nutzung und Zukunft des öffentlichen Raums in der Stadt, Elisabeth Mansfeld und ich übernahmen die Moderation des Abends.

Mehr dazu unter https://thistooshallpass.site/de/programm – das Gespräch wurde aufgenommen und soll demnächst auf der Website der Alfred Herrhausen Gesellschaft veröffentlicht werden.

City Vista Festival – ins Freie!

Den Auftakt in eine Reihe von (Pandemie bedingten) Open-Air-Kulturveranstaltungen in Frankfurt machte im August und September 2021 das City Vista Festival, das von Nouria Behloul konzipiert und organisiert wurde. Nur durch ihr unglaubliches Engangement sowie die finanzielle und materielle Unterstützung verschiedenster Akteure und Förderer konnte es in dieser Form überhaupt realisiert werden. An mehreren aufeinander folgenden Wochenenden fanden Lesungen, Performances, Vorträge und Diskussionen an ausgewählten Frankfurter (Un-)Orten statt. Am 22. August hatte ich inmitten des (grünen) Baseler Platzes die Ehre, mit Making Heimat und Making Frankfurt Teil dieses fantastischen Netzwerks zu werden, dass sich den wirklich drängenden Fragen des Zusammenlebens in der Stadt widmen möchte. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit!

Mehr dazu auf https://cityvista.org

„CITY VISTA ist Ort der Begegnung: Ziel ist es, Möglichkeiten von Zusammenarbeit und Teilhabe im Kontext urbaner und kultureller Fragen aufzuzeigen und zu fördern.“ Nouria Behloul

Sorgetragen für die Stadt

Nicht nur der Gebäudebestand, sondern auch die Diversität, die Lebendigkeit und die Begegnungsorte in unseren Städten sind akut gefährdet, nicht erst seit Beginn der Pandemie. Die Auswirkungen werden sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen – lasst uns JETZT beginnen, die nachhhaltige Zukunft unserer Städte mitzugestalten!

Mit Christoph Scheffer, von hr-info, bin ich durch die Frankfurter Innenstadt gelaufen und habe aufgezeigt, wo die Problemfelder und Möglichkeitsräume liegen. Herausgekommen ist ein Podcast-Beitrag in der Reihe „Das Interview“: https://www.hr-inforadio.de/podcast/das-interview/anna-scheuermann-nachhaltige-stadtentwicklung-verlangt-eine-neue-rolle-von-architekten,podcast-episode-87138.html

Gerne weitersagen und mitmachen, zum Beispiel bei den Architects for Future.

Nachgefragt – Architects For Future

„Wie ist es Ihnen seit Beginn der Corona-Pandemie ergangen und welche Auswirkungen nehmen Sie wahr?“

Hier kommt meine Antwort auf die Frage, die mir die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen im Rückblick auf das Jahr 2020 gestellt hat. (Sie findet sich in leicht gekürzter Fassung im Deutschen Architektenblatt 01-2021.)

„Die Corona-Pandemie hat bei mir nach einem wahnsinnigen Kraftakt im Frühjahr und Sommer 2020, um Homeoffice und Homeschooling unter ein Dach zu bekommen, eine seltsame Leere ausgelöst. Plötzlich erschienen mir viele Dinge in meinem beruflichen Alltag als unbedeutend in der „Neuen Normalität“, die 2020 um mich herum entstanden war. Durch das ständige Durchhalten und Erfüllen der pandemiebedingten Reglementierungen wurde mir erst bewusst in welch festem Konstrukt ich steckte und dass ich dadurch nicht mehr zu dem kam, was mich im Inneren wirklich bewegte und eigentlich antrieb.
Nachdem wir im Sommer 2019 die Ortsgruppe Frankfurt Rhein-Main der Architects for Future gegründet hatten, konnten wir zum „Globalen Klimastreik“ am 20. September 2019 noch ein lebhaftes Forum zum „Bauen in der Klimakrise“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt realisieren, bevor uns langsam die Fäden entglitten. Keiner sprach plötzlich mehr von emissionsfreier Mobilität, Grauer Energie oder Lebenszyklusbetrachtung. Auch die Aktivisten von Fridays for Future mussten sich in die weniger beachtete, virtuelle Welt zurückziehen.
Doch der Klimawandel lässt sich nicht von der Corona-Pandemie aufhalten. Auch wenn der CO2-Ausstoß im Frühjahr 2020 kurzzeitig sank, steigt nun angesichts leerer werdender Kassen und einem verschärften Sicherheitsbedürfnis bei Architekten und Stadtplanern, Bauherrn sowie öffentlichen Auftraggeber die Gefahr, dass wir den Blick in die Zukunft verlieren. Wir müssen JETZT mit Blick auf 2030, 2040, 2050 bauen, damit wir unseren Kindern und Enkeln noch in die Augen gucken und sagen können: Wir haben alles dafür getan, dass auch ihr in einer lebenswerten Welt erwachsen werden könnt!“

An dieser Stelle möchte ich noch einen herzlichen Dank an alle Unterstützer unserer Architects for Future Petition aussprechen. Innerhalb von 30 Tagen haben wir 57.476 Unterschriften erhalten und das erforderliche Quorum von 50.000 geschafft, um eine persönliche Anhörung zu bekommen. Nun geht es in den Bundestag – Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! – und parallel dazu können wir uns alle an die Umsetzung der einzelnen Forderungen machen.

Wer bei den Architects for Future mitmachen möchte, kann jederzeit der passenden Ortsgruppe beitreten: www.architects4future.de/mitmachen/ortsgruppen. Ein Hinweis in eigener Sache: Die einzige hessische Gruppe „Frankfurt Rhein-Main“ ist unter R wie Rhein-Main zu finden.

Advent 2020

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … bevor das Christkind vor der Tür steht, gibt es zum Abschluss des Jahres 2020 noch einen ganz persönlichen Geschenketipp:
Unser „Architekturführer Metropolregion Frankfurt Rhein-Main“ (2020, DOM publishers) kann nicht nur im warmen Zuhause sondern auch an der frischen Luft beim Spazieren, Wandern oder Radfahren gelesen werden. Er ist der perfekte Begleiter für alle Architekt*innen und Architekturinteressierten in dieser seltsamen Zeit, in der wir euch leider nicht in echt zu unseren Lieblingsorten im Rhein-Main-Gebiet führen können. Schnappt euch eure bequemen Schuhe und schnellen Räder und macht euch mit unserer Hilfe auf den Weg, um diese grüne Region zu entdecken! 2021 können wir es dann hoffentlich wieder gemeinsam tun … bis dahin alles Gute!

Kulturikone weiterbauen?

Am 23. November 2020 fand die erste (hybride) Veranstaltung in der Gesprächsreihe zur Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt statt. Unter dem Titel „Kulturikone weiterbauen?“ waren Claus Anderhalten (Anderhalten Architekten, Berlin / FG Entwerfen im Bestand, Universität Kassel), Astrid Wuttke (schneider+schumacher, Frankfurt am Main) und der Frankfurter Baudezernent Jan Schneider von der Initiative „Zukunft Städtische Bühnen“ zu einer Vortrags- und Diskussionsrunde eingeladen. Als Vertreterin der Initiative beteiligte sich Maren Harnack (Städtebau und Entwerfen, Frankfurt University of Applied Sciences) an der Diskussion.

Die Moderation des Abends habe ich gerne übernommen – auch wenn das Publikum coronabedingt weit weg an den Computern und Mobilgeräten saß – da mir zwei Dinge in der Debatte besonders am Herzen liegen:
1. Die Diskussion über Schauspiel und Oper muss öffentlich und für alle zugänglich geführt werden. Kunst und Kultur gehen uns alle an und sollten ein zentraler Baustein in der (Wieder-)Belebung unserer Innenstädte sein, nicht nur für Frankfurt 2030.
2. Das „Weiterbauen“ muss von Architekten und Stadtplanern genau durchdacht und geplant werden. Wir brauchen herausragende Beispiele, damit es in der breiten Öffentlichkeit zu einer anschaulichen Alternative zu dem allgemeinen Wunsch nach Neubau oder Rekonstruktion wird. Besonders die Einsparung von Grauer Energie und die Betrachtung des gesamten Lebenszyklusses eines Gebäudes spielen in der Vermittlung eine wichtige Rolle. Doch auch die passende Gestalt und die nötige Funktion dürfen dabei nicht zu kurz kommen.

Das Video des Gesprächs kann nun online (nach)geschaut werden.

Mehrere Medien haben über das 1. Gespräch berichtet (hier eine Auswahl), ein Link zur Videoaufzeichnungen des Abends folgt:
Rainer Schulze in der FAZ vom 24.11.2020
Sina Eichhorn im Journal Frankfurt vom 24.11.2020
Christoph Scheffer auf hessenschau.de am 24.11.2020
Helen Schindler in der Frankfurter Rundschau vom 25.11.2020

Im März 2020 hatte sich die Initiative „Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt“ gegründet und eine Petition gestartet, die weiterhin unterschrieben werden kann, um den kritischen Diskurs über Abriss / Neubau / Rekonstruktion / Weiterbau der Doppelanlage wieder in die Öffentlichkeit zu holen. Dort heißt es unter anderem: „Notwendig ist eine transparente, öffentliche Debatte, wie das zukünftige Stadttheater als ein zentraler Ort bürgerlicher Selbstverständigung der Stadtgesellschaft gestaltet werden kann.“

Bild Ulfert Beckert © Jens und Sven Beckert
Farbliche Bearbeitung: Initiative Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt, 2020